V A H I N I

„Deni sein heisst:

die Erde der Vorfahren beschützen, sie bewachen, auch die Seen und Strände, die Grenzen und die

Zugänge zu den Stammesgebieten. Die Kultur der Deni nicht vergessen, an den Festen Bani Vedanaha

und Ima Amushinaha teilnehmen, sich bemalen, die Denisprache bewahren, große Pflanzungen

anlegen, damit niemand Hunger leiden muss. Die Jagdbeute, den Fischfang und die Produkte von der Pflanzung teilen. Tanzen und singen, um die Geister und die Deni anzuregen. Die Natur und ebenso Tamaku und Kira respektieren, einig bleiben, die Alten respektieren, ebenso die Schamanen.

Den Kindern die alte Geschichte beibringen. Für die Rechte kämpfen, Stolz empfinden ein Deni zu sein."

Stammesführer der Deni vom Dorf Morada Nova, Saravi Makuvi Deni

 

Vahini ist ein Wort aus der Sprache der Deni und beschreibt sowohl einen langen Zeitraum als auch eine weite Entfernung.

 

Die indigenen Stämme der Deni und Kanamari leben sehr abgeschieden und naturnah im 

südwestlichen Amazonasgebiet Brasiliens am Rio Xeruã, einem Nebenfluss des Rio Juruá.

Die Deni erlebten in den 1940er Jahren den Erstkontakt mit Weißen im Rahmen des zweiten 

Kautschuk-Booms. Die Weißen brachten, neben Gewalt, auch bisher unbekannte Krankheiten wie Tuberkulose, Lungenentzündung und Masern mit sich. Zusätzlich dazu wurden die Deni als kostenlose Arbeitskräfte ausgebeutet und viele auch im Zuge von territorialen Auseinandersetzungen getötet. Dies führte zu einer deutlichen Dezimierung von welcher sich die Deni erst seit den 90er Jahren wieder langsam erholen. 

Die Bevölkerungszahlen steigen wieder an und liegen heute bei etwa 2000 Personen. 

Seit 1985 kämpften sie um die rechtmässige Demarkierung ihres Landes und dies 18 Jahre lang. Bis Ihre „Terra Indigena“ mit einer Selbstdemarkierung und der Unterstützung einiger NGOs im August 2003 endlich staatlich anerkannt wurde. Dies gibt Ihnen auch das Recht sich gegen illegale Eindringlinge zur Wehr zu setzen, welche kommen um im 15.000 Quadratkilometer großen Territorium der Deni zu fischen oder nach Edelhölzern, Öl und Gold zu suchen. Auch ermöglicht Ihnen die Demarkierung weiterhin Ihre eigene Kultur zu leben sowie ihre Sprache und Bräuche zu erhalten. 

 

Die Deni sind ein Paradebeispiel dafür, wie effektiv gegen unkontrollierten Raubbau im Amazonas vorgegangen werden kann, wenn eine Demarkierung stattfindet. 

 

Fast drei Monate durfte ich gemeinsam mit Ihnen im Dorf Morada Nova 

leben und auch Ihre anderen Dörfer besuchen, darunter auch einige Dörfer der Kanamari. 

                                                                                                                                     Rio Xerua / Amazonas / Brasilien, 2016              

Released at the ZEHN Exhibition.

© Matthias Durynek
© Matthias Durynek